Herz-Thorax-Gefäß-Chirurgie



ÖQS-Klagenfurt Herz Thorax

Rehabilitation nach Herzoperationen

 

Am Ende einer Herzoperation wird das zuvor durchtrennte Brustbein mit Drahtcerclagen verschlossen. Der Knochen benötigt etwa 8 Wochen, um wieder richtig stabil zusammenzuwachsen. Deshalb sind in diesem Zeitraum ein paar Regeln zu beachten:

Sie sollten Bewegungen der Arme, die über die Schulterhöhe hinausgehen, vermeiden. Außerdem sollten Sie nicht auf der Seite, sondern auf dem Rücken liegen und keine schweren Lasten tragen. Andernfalls kann es zur Instabilität des Brustbeins kommen.

Die Drahtcerclagen haben nach Zusammenwachsen des Knochens keine Funktion mehr. Da sie aber in der Regel keine Beschwerden machen, entfernt man sie nicht routinemäßig, da es eine erneute, wenn auch kleine Operation bedeuten würde.

Sobald die Operationswunden trocken, das heißt verschorft sind, können sie wieder duschen, in der Regel etwa 3-4 Tage nach der OP. Ein zu langes „Einweichen“ sollten Sie jedoch verhindern, bis die Narbe frei von Schorf ist, was etwa 3 Wochen dauert. Meistens wird die Haut mit Fäden verschlossen, die sich von allein auflösen, ein Fädenziehen erübrigt sich dadurch.

Vermeidung von Risikofaktoren

Das Risiko des Voranschreitens Ihrer Erkrankung und einer erneuten Operation können Sie selbst beeinflussen:

  • Hören Sie unbedingt auf zu rauchen!
    Rauchen ist schlecht für alle, aber noch viel schlechter für Menschen mit Diabetes. Rauchen hat eine schlechte Wirkung auf Ihre Blutgefäße. Wenn Sie Diabetes haben und Sie auch noch rauchen, verdoppeln Sie Ihr Risiko für Herzkrankheit. Wenn Sie weiter rauchen, während Sie versuchen, andere Risiken zu reduzieren (wie überflüssiges Gewicht zu verlieren), wird die Diät nicht viel Effekt haben
  • Erhöhter Blutdruck muß mit Medikamenten gesenkt werden.
    Wenn Ihr Arzt sagt, daß Ihr Blutdruck zu hoch ist, was können Sie machen? Die gleichen Lifestyle-Änderungen, die Blutzuckerwerte kontrollieren helfen und Ihr Risiko für Herzkrankheit senken, können auch Ihren Blutdruck im sicheren Bereich halten. Gewichtsreduktion und Training sind wichtig. Je größer der Gewichtsverlust, desto mehr können Sie Ihren Blutdruck senken. Es ist weiters wichtig, nicht sehr viel Alkohol zu trinken. Wenn Sie Ihren Blutdruck nicht mit Diät oder Training senken können, wird Ihr Arzt Ihnen Medikamente verschreiben, die helfen werden
  • Eine bestehende Zuckerkrankheit (Diabetes) sollte gut eingestellt sein.
    Halten Sie Ihren Blutzuckerwert unter Kontrolle. Indem Sie Ihren Blutzuckerwert unter Kontrolle halten, wird Ihr Risiko für Herzkrankheit vermindert. Die meisten Leute mit Diabetes überprüfen ihren Blutzuckerwert jeden Tag. .Indem sie oft trainieren und eine gesunde Diät zu sich nehmen, können viele Leute mit Typ II Diabetes ihre Blutzuckerwerte beinahe normal halten. Einige Leute müssen Medikamente dafür nehmen, ihre Blutzuckerwerte zu kontrollieren
  • Zu hohe Blutfette müssen mit Hilfe einer Diät und gegebenenfalls mit Medikamenten gesenkt werden.
    Wenn Ihr Arzt sagt, daß Ihr Cholesterinwert zu hoch ist, was können Sie tun? Es hilft, abzunehmen und eine gesunde Diät zu essen. In Ihrer Diät sollte die Menge fetthaltiger und cholesterinreicher Produkte beschränkt sein. Viele Kochbücher enthalten fettarme, herzgesunde Rezepte und Menüvorschläge. Sie können sich aber auch von einer Diätassistentin helfen lassen, wie man eine gesunde Diät plant. Wenn Diät alleine nicht Ihren Cholesterinwert erniedrigt, können Medikamente dabei helfen. , Das Medikament, das am für Sie besten ist, hängt von Ihrem besonderen Bedarf und medizinischem Zustand ab.
  • Vermeiden Sie Übergewicht. Dadurch können auch hohe Blutfette und Diabetes eventuell positiv beeinflußt werden.
    Gewichtsreduktion ist wichtig, wenn Sie viel Extra-Fett um Ihre Taille und Bauch haben. "Schwimmreifen" Fett ist mit einem höheren Risiko für Herzkrankheit verbunden als zusätzliches Gewicht um die Hüften oder Schenkel. Sie müssen keine riesige Menge verlieren. Es werden sogar 5 kg Ihr Risiko für Herzkrankheit verringern. Achten Sie darauf, das Gewicht, das Sie verlieren, nicht wieder zuzunehmen
  • Koronarsport und Ausdauersport wie Gehen, Joggen, Radfahren sind vorteilhaft.
    Zusammen mit einer Diät ist körperliches Training sehr wichtig für Menschen mit Diabetes. Diät und Training helfen zusammen -- Ihre Diät wird schneller und besser funktionieren, wenn Sie regelmäßiges Training ausüben. Sie und Ihr Arzt können das Training planen, das für Sie machbar, günstig und sicher ist. Sie benötigen keine Turnhalle oder teure Ausstattung, um gutes Training durchzuführen. Ein flotter Spaziergang ist ein gutes Training. Treppen zu steigen, anstelle einen Aufzug zu nehmen, ist ein weiteres gutes Vorhaben. Genauso wie eine gesunde Diät zu essen, wird Training auch dabei helfen, Ihren Blutzuckerwert zu senken und Ihr Risiko für Herzkrankheit zu verkleinern

Rehabilitationsphasen

Nach einem akuten Ereignis durchlaufen die meisten Patienten ein strukturiertes Rehabili- tationsprogramm, das gemäss dem Modell der WHO (Weltgesundheitsorganisation) aus drei Phasen besteht:

  • Phase I = Frühmobilisation im Spital
  • Phase II = Rehabilitation in einer ambulanten oder stationären Einrichtung nach der Spitalentlassung
  • Phase III = Langzeitrehabilitation in einer Herzgruppe

Frühmobilisation im Spital

Nach einer Bypass – bzw. Herzklappen-Operation beginnt nach dem Eingriff bereits die erste Phase der Rehabilitation: Verschiedene Untersuchungen zeigen, welche Risikofaktoren bei Ihnen zu einer koronaren Herzkrankheit geführt haben. Sie erhalten erste Tipps, wie Sie diese in Zukunft bekämpfen können (so genannte Sekundärprävention).

Diese Rehabilitationsphase beinhaltet zudem die körperliche Frühmobilisation und die psychische Betreuung, damit Sie die Herzoperation gut verarbeiten können.

Rehabilitation in einer ambulanten oder stationären Einrichtung

Ein Rehabilitationsprogramm mit körperlichem Training senkt erwiesenermassen die Sterblichkeit. Deshalb wird Ihnen der Arzt im Anschluss an den Spitalaufenthalt in der Regel eine ambulante oder stationäre Rehabilitation in einer spezialisierten ambulanten Einrichtung oder in einem Rehabilitationszentrum empfehlen. Diese Rehabilitation soll die bestmöglichen Voraussetzungen schaffen, damit Sie Ihren Platz in der Gesellschaft wieder einnehmen und ein normales Leben führen können.

Ob für Sie eine ambulante oder stationäre Rehabilitation in Frage kommt, hängt von Ihren persönlichen Umständen ab. Ihr Arzt wird Sie bei der Entscheidung für die eine oder andere Form beraten.
Sowohl ambulant als auch stationär machen Sie in einem intensiven, auf Ihre Krankheit und Ihren körperlichen Zustand abgestimmten Bewegungsprogramm mit. Gleichzeitig erhalten Sie Informationen zu den bekannten Herz-Kreislauf-Risikofaktoren und wie Sie diese ausschalten können.

Langzeitrehabilitation in einer Herzgruppe

Nach der ambulanten oder stationären Rehabilitationsphase fühlen sich die meisten Patientinnen und Patienten leistungsfähig und haben viele gute Vorsätze für ein gesünderes Leben gefasst. Doch mit dem Alltag halten häufig die alten, ungesunden Gewohnheiten wieder Einzug. Die Chance, ein erneutes Ereignis zu vermeiden bzw. ein solches zeitlich hinauszuschieben und das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern, wird so verspielt. Ziele der Reha Wiederanpassung an Alltags- und Berufsbelastungen, psychische Bewältigung bei Infarktereignis, Umgang mit Herzrhythmus-Störungen, Blutdruckregulierung, Änderung der Ernährung und Regulierung der Blutfette, Stressbewältigung.

Mögliche Probleme nach einer Herzoperation

Angina pectoris, Wundschmerz

Nach einer erfolgreichen Bypass-Operation sollte die Angina pectoris verschwinden. Trotzdem wird durch die Wundfläche ein unangenehmes Druckgefühl oder Schmerzgefühl im Brustbereich zu spüren sein. Überraschenderweise belastet die Wunde die Patienten nicht mehr als 48 bis 72 Stunden. Einige Patienten fühlen ihre Energie nach der Operation wieder zurückkehren. Andere fühlen sich aber einige Zeit ausgelaugt und fertig, bis sich ihr Körper von der Operation erholt hat.

Nicht viel Appetit zu haben.

Es dauert oft einige Wochen, bis Ihr üblicher Appetit wiederkehrt. Viele Patienten bemerken, daß ihr Geschmackssinn gestört ist oder ihnen jeglicher Geschmack fehlt. Das kommt wieder. Einige Patienten klagen über Übelkeit, wenn sie Essen riechen für ca. ein bis zwei Wochen nach der Operation.

Schwellungen

Schwellungen, vor allem an den Beinen zu haben, vor allem wenn Ihnen eine Vene aus dem Bein für eine Bypassoperation entnommen wurde, ist sehr häufig. Das kann einige Wochen anhalten. Dagegen hilft, die Beine hoch zu lagern, nicht zu lange zu stehen, nicht mit abgewinkelten Beinen zu sitzen, elastische Binden oder starke Stützstrümpfe zu tragen Das Körpergewicht ist oft stark erhöht, bis zu 10 Kilogramm. Es wird während der Operation Wasser im Gewebe eingelagert, das in den ersten Tagen nach der Operation ausgeschieden wird. Dazu werden sie vermehrt entwässernde Medikamente erhalten.

Schlafprobleme

Schwierigkeiten beim Schlafen zu haben ist normal. Manche Patienten finden es schwierig, einzuschlafen, andere wachen um 2:00 oder 3:00 Uhr nachts auf und können nicht wieder einschlafen. Das wird sich gebe, wenn Sie diese Schwierigkeiten nicht schon vor der Operation hatten. Manchmal hilft es, wenn Sie für einige Zeit eine Schmerztablette vor dem Einschlafen einnehmen

Verdauungsprobleme

Probleme mit der Verdauung zu haben ist normal. Sie könnten für einige Zeit leichte Abführmittel verwenden. Oder Sie fügen mehr Früchte, ballaststoffreiches Nahrungsmittel und Fruchtsäfte Ihrem Speiseplan hinzu.

Depressionen, Verwirrtheit

Stimmungsschwankungen oder Depressionen zu haben ist häufig. Es können auch Verwirrtheitszustände auftreten, die Sie oder Ihre Familie stören oder beunruhigen. Unter Umständen verlieren Sie die zeitliche, personelle und örtliche Orientierung. Es wird gute und weniger gute Tage geben. Sie sollte sich nicht entmutigen lassen. Das wird vorübergehen. Für viele Patienten dauert es einige Zeit, bis sie mit Ihrer Erkrankung und Ihrer Operation umgehen lernen. Die Familie, Freunde oder Ihr Arzt können Ihnen dabei helfen.

Unangenehme Gefühle in der Brust

Ein klickendes Gefühl oder unangenehmes Stolpern in Ihrer Brust in der ersten Zeit nach der Operation zu spüren kommt oft vor. Das sollte sich in den ersten Wochen nach der Operation wieder geben und ganz verschwinden, wenn Sie es nicht vor der Operation schon lange hatten. Wenn es nicht weggeht oder schlimmer wird, suchen Sie am besten Ihren Arzt auf.

Muskelschmerzen

Muskelschmerzen oder Verspannungen in Ihrem Schulter- und Rückenbereich zu spüren kommt oft vor. Das wird sich innerhalb weniger Wochen geben. Einerseits wird Ihnen regelmäßige Schmerztherapie helfen, andererseits können physikalische Maßnahmen (Massage, Bestrahlung, ..) helfen.

Taubheitsgefühl in der Brust

Wenn eine Arterie von Ihrem Brustbein (die Arteria mammaria) für die Bypass-Operation verwendet wurde, kann es passieren, daß Sie für einige Zeit eine Art Taubheitsgefühl in Ihrem linken Brustbereich fühlen. Das ist normal. Ähnliches kann auch im Bein an der Stelle der Venenentnahme auftreten.

Wunde

Die Klammern oder Nähte werden zwischen dem 8 und 12 Tag entfernt. Fallweise kommt es vor, daß auch auflösbare Nähte verwendet werden, die von selbst verschwinden. Es kann auch sein, daß Sie noch mit Nähten oder Klammern entlassen werden, die können dann ambulant entfernt werden. Die Wunden sollten nicht zu lange der prallen Sonne ausgesetzt werden. Die Wunden sollten nicht zu fest gewaschen werden nach dem 7 bis 10 Tag. Zunächst sollten Sie nur kurz duschen. Eine kleine Schwellung oder einen Knoten am oberen Rand Ihrer Wunde zu haben ist häufig. Das wird nach einigen Wochen verschwinden.

Wundheilungsstörungen

Das Brustbein benötigt etwa 3 Wochen, bis die beiden durchtrennten Knochenhälften sozusagen "verklebt" sind, und rund 3 weitere Wochen, bis es wieder fest verheilt ist. In dieser Zeit sollten ruckartige oder extreme Bewegungen des Brustkorbes vermieden werden und Sie sollten nichts Schweres heben oder tragen. Wundheilungsstörungen und Missempfindungen an der Haut (Beine, Brust) oder Durchblutungsstörungen der Haut am Hinterkopf (seltener an Gesäß oder Fersen) sind häufiger. Manchmal kommt noch ein Faden aus der Tiefe hervor und einzelne Nahtstellen nässen etwas länger. Manchmal ist eine etwas längere Wundpflege mit täglicher Wundversorungung nötig. Therapie Unvermeidliche Stemm- oder Ziehbewegungen sollten beidhändig, also möglichst symmetrisch, durchgeführt werden. Bewegungstherapie oder alltägliche Bewegungen sollen ja nicht dazu führen, dass das erneute Zusammenwachsen des Brustbeines verhindert wird. Manche Patienten hören bei Bewegungen des Brustbeines ein klickendes Geräusch, ein so genanntes "sternales Klicken", das man auch spüren kann. Diese Patienten sollten mit Bewegungen von Brustkorb, Schultern und Armen vorsichtig sein, bis das Klicken nicht mehr zu bemerken ist. Aktivitäten der Beine, die die Arme nicht belasten, wie Ergometer-Training, Radeln, Gehen und Joggen können auch beim sternalen Klicken beibehalten werden. Eine chirurgische "Revision" des Brustbeines mit neuer Verdrahtung (Cerclage) ist nur bei schwerer Instabilität notwendig, die außerordentlich selten vorkommt.

Das Bein nach der Venenentnahme

Häufig und lästig sind Empfindungsstörungen am operierten Bein und länger anhaltende Schwellungszustände, insbesondere bei Übergewicht oder wenn schon vor der Operation eine Schwellneigung bestand. Durch die Venenentnahme ist der Abstrom des Blutes über die Venen bzw. die Lymphgefäße für einige Zeit beeinträchtigt, vor allem dann, wenn die Venen am Unterschenkel entnommen wurden. Der Patient sollte in diesem Fall die Beine oft hochlagern, z. B. nachts im Bett, um den Rückstrom zu erleichtern. Er sollte sich viel bewegen, also gehen und wenig sitzen oder stehen. Für einige Übergangswochen bis -monate wird oft ein Stützstrumpf verordnet und/oder ein Medikament, durch das vermehrt Flüssigkeit mit dem Urin ausgeschieden wird. Wassertreten in kaltem Wasser oder kaltes Abgießen der Beine kann, gerade im Sommer, die Stauungsbeschwerden lindern.

Herzrhythmusstörungen

Zwei Arten von Herzrhythmusstörungen sind nach der Operation häufig:

1)Vorhofflimmern mit einer absoluten Arrhythmie

Bei etwa 40 % der frisch Operierten tritt nach dem Eingriff plötzlich ein schneller, völlig unregelmäßiger Herzschlag auf. Dieses Vorhofflimmern lässt sich meist medikamentös behandeln. In manchen Fällen wird auf elektrischem Weg der geordnete Herzrhythmus wieder hergestellt (Kardioversion). Die Vorhöfe sind mit der Einspritzpumpe eines Motors vergleichbar: Wenn sie flimmern und sich an der Pumparbeit des "zentralen Motors" nicht beteiligen, ist die Pumpkraft des Herzens vorübergehend etwas schlechter. Daher versucht man, möglichst schnell wieder den geordneten Sinusrhythmus zu erzielen. Je größer der zeitliche Abstand zur Operation, desto seltener werden die Anfälle von Vorhofflimmern.

2) Steigerung der Ruhe-Pulsfrequenz

Eine zweite Operationsfolge ist die oft lang anhaltende Steigerung der Ruhe-Pulsfrequenz von durchschnittlich 70 Schlägen auf etwa 90 bis 100 Schläge pro Minute. Man erklärt diesen Frequenzanstieg mit seelischen Belastungen durch die Operation einerseits und der Durchtrennung von die Frequenz verlangsamenden Nervenfasern andererseits. Da ein zu schneller Herzschlag für den Patienten unangenehm sein kann, aber auch seine Leistungsfähigkeit und Trainierbarkeit einschränkt, verordnet der Arzt manchmal sehr kleine Mengen eines Betablockers, um die Herzfrequenz vorübergehend medikamentös zu normalisieren. Nach 3 bis 6 Monaten kann der Betablocker, wenn er nur der Pulsnormalisierung dient, wieder abgesetzt werden.

Körperliche Belastung

Schwere körperliche Belastungen sollte man in den ersten zwei bis drei Monaten vermeiden, insbesondere das Heben von schweren Lasten. Das Brustbein wir ja mit Stahldrähten wieder zusammengenäht und zusammengewachsen ist es erst nach ca. 6 bis 8 Wochen.

Duschen, Baden

Geduscht darf nach ca. 10 bis 14 Tagen werden, gebadet ca. 3 Wochen nach der Operation.

Geschlechtsverkehr

Geschlechtsverkehr ist in den ersten zwei Monaten nach der Operation nicht ratsam, kommt es ja doch zu einer Belastung des Brustkorbes und auch des Herz-Kreislauf-Systems. Sonst sollten allen Ihren sonst gewohnten Aktivitäten (=auch Sex) wieder nachgehen.

Gehen:

Gehen ist nach der Operation die beste Form der Bewegung. Gehen verbesserte die Durchblutung des Körpers und auch des Herzmuskels. Sie sollten langsam aufbauend sich belasten. Sie sollten Ihre Geschwindigkeit gehen, nicht übertreiben. Jede Person schreitet unterschiedlich rasch voran nach der Operation. Die Physiotherapeuten werden mit Ihnen Ihren persönlichen Plan ausarbeiten.

Stiegen steigen

Außer Ihr Arzt sagt etwas anderes, so können Sie Stiegen steigen. Fangen Sie zunächst langsam an. Nehmen Sie sich Zeit. Ziehen Sie sich nicht mit Ihren Armen hoch.

Auto fahren

Sie können als Beifahrer jederzeit mitfahren. Selber Auto fahren, Motorrad fahren oder Rad fahren sollten Sie in den ersten 6 Wochen nach der Operation vermeiden. Diese Zeit braucht Ihr Brustbein zum Heilen. Außerdem können in dieser zeit noch unregelmäßige Herzschläge oder Herz-Extra-Schläge auftreten, die auch zu Bewußtseinstörungen führen können.

Vorbeugung, Medikamente

Sie bekommen bei der Entlassung einen Arztbrief, in dem genau die einzunehmenden Medikamente stehen. Folgen Sie den Anweisungen genau und ändern Sie nichts, ohne mit dem Nehmen Sie alle Medikamente, die Ihnen Ihr Arzt verschrieben hat. Besprechen Sie die weiteren Änderungen immer mit Ihrem Arzt und lassen Sie nach ein bis zwei Monaten die Medikamente neu einstellen
Ein sterblichkeits-senkender Effekt wurde bislang vor allem für Acetylsalicylsäure (=Aspirin) nachgewiesen. Weiters wurde eine deutliche Prognoseverbesserung für medikamentöse Blutfett-Senker beschrieben.
Bei speziellen Situationen (schlechte Herzleistung, Vorhofflimmern, ..) kommt es zum Einsatz von blutverdünnenden Medikamenten.
Selbstverständlich stellen Diät-Maßnahmen und die Veränderung des Lebensstil einen wichtigen Bestandteil der Behandlung der koronaren Herzkrankheit dar.
Ihr Arzt wird Ihnen wahrscheinlich raten, eine Diät mit niedrigem Fettanteil mit wenig Salz nach Ihrer Entlassung einzunehmen. Sie sollten versuchen, weniger als 30 % Ihrer Kalorien in Form von Fetten zu sich zu nehmen. Versuchen Sie Ihr Gewicht zu kontrollieren und weniger gesättigte Fette und weniger Cholesterin zu essen. Die Amerikanische Heart Association empfiehlt, daß die tägliche Aufnahme von gesättigten Fetten nur 8 bis 10 % der Kalorien betragen soll.
Einfach ungesättigte Fettsäuren machen den Rest des Fettanteils der Nahrung aus, ungefähr 10 bis 15 % der Gesamtkalorien. Cholesterin-Aufnahme sollte weniger als 300 Milligrams pro Tag sein. Natrium-Aufnahme sollte nicht mehr als 2,4 Gramm pro Tag sein. Vermeiden Sie das Hinzufügen von Salz beim Kochen oder zu den fertigen Speisen wann immer es möglich ist.
Fangen Sie mit den Änderungen in Ihrem Speiseplan und Eßverhalten dann an, wann Ihr Appetit wieder normal ist.

Nach Klappenoperation

Nach Klappenoperationen müssen die meisten Patienten blutverdünnende Medikamente (Antikoagulation) einnehmen. Außerdem erhalten alle Patienten Regeln über die Antibiotika-Prophylaxe. Blutverdünnung - Antikoagulation

Patienten müssen teilweise eine Blutverdünnung (=Antikoagulation) lebenslang durchführen. Dadurch wird die Bildung von Blutgerinnseln verhindert, die Schlaganfall oder andere schwerwiegenden Komplikationen durch Blutgerinnsel verhindern sollen. Blutverdünnende Medikamente beeinflussen sehr die Lebensqualität. Das Beachten der regelmäßigen Einnahme, Laborkontrollen und Risiko von Blutung bzw. Blutgerinnseln beeinträchtigen die Lebensqualität.

Mechanische Klappen

Patienten mit mechanischen Klappen müssen lebenslang blutverdünnende Medikamente einnehmen und den Effekt mittels Bluttests kontrollieren lassen. Die Medikamente sind entweder Marcoumar oder Sintrom. Der Bluttest (Quick oder INR) bestimmt dann die Höhe der Dosis des Medikaments. In letzter Zeit wird immer öfter der INR-Wert verwendet, je nach Labor und nach Klinik gibt es aber unterschiedliche Tests und Bereiche, in denen die Verdünnung eingestellt wird. Für nicht-blutungsgefährdete Patienten wird ein INR-Zielbereich von 2.5 bis 3.5 vorgeschlagen. Falls trotzdem Blutgerinnsel und Embolien aufreten (selten), wird zusätzlich Aspirin empfohlen. Wenn Patienten ein hohes Blutungrisiko haben, kann der INR-Zielbereich auf 2,0 bis 3,0 reduziert werden.

Biologische Klappen

Das Risiko von Embolien oder Blutgerinnseln ist bei biologischen Klappen viel niedriger. Der Zielbereich von INR leigt bei 2.0 bis 3.0. Die meisten Komplikationen treten in den ersten drei Monaten nach der Operation auf und wir empfehlen bei Sinusrhythmus (=regelmäßiger Herzschlag, nicht Vorhofflimmern) Eine Blutverdünnung nur für diese ersten drei Monate. Hierauf kann diese weggelassen werden. Das Gleiche gilt auch für Klappenrekonstruktionen.

Wann können Sie zur normalen Aktivität zurückkehren?

1. bis 6. Woche nach der Operation

  • leichte Hausarbeit
  • Staubwischen
  • Tisch decken
  • Geschirr waschen
  • Kleider zusammenlegen
  • Leichte Gartenarbeit
  • Pflanzen setzen
  • Blumen schneiden
  • Nähen
  • Lesen
  • Kochen
  • Stiegen steigen
  • Einkaufen
  • Kleine Reparaturen
  • Essen gehen
  • Ins Kino gehen
  • In die Kirche gehen
  • Sportveranstaltungen besuchen
  • Im Auto mitfahren
  • Gehen
  • Haar waschen
  • Unterhaltungsspiele
  • Heimtrainer-Fahrrad

Nach sechs Wochen

  • Die vorhin genannten Aktivitäten fortsetzen
  • Teilzeitarbeit, wenn Ihre Arbeiten nicht das Heben schwerer Lasten beinhalten
  • Schwere Hausarbeit
  • Staubsaugen
  • Aufwischen
  • Wäsche waschen
  • Schwere Gartenarbeit
  • Rasen mähen
  • Blätter rechen
  • Bügeln
  • Reisen
  • Fischen
  • Aerobics
  • Mit dem Hund an der Leine gehen
  • Auto fahren
  • Boot fahren

Nach drei Monaten

  • Die vorhin genannten Aktivitäten fortsetzen
  • Schwere Hausarbeit
  • Boden schrubben
  • Schwere Gartenarbeit
  • Schnee schaufeln
  • Graben
  • Fußball spielen
  • Tennis spielen
  • Kegeln
  • Jagen
  • Jogging
  • Rad fahren
  • Golfen
  • Gewicht heben
  • Motorrad fahren
  • Schwimmen

Richtlinien für Aktivitäten

  1. Beenden Sie jede Tätigkeit, wenn Sie Atemnot oder Übelkeit, Benommenheit, Beinkrämpfe, Angina pectoris oder außergewöhnliche Müdigkeit verspüren. Benachrichtigen Sie Ihren Arzt, wenn die Symptome anhalten.
  2. Wenn Ihr Puls nach Tätigkeiten um über 30 Schläge schneller ist als der Ruhepuls, dann haben Sie sich zuviel zugemutet. Sie sollten es dann langsamer angehen und Ihre Tätigkeit modifizieren.

Puls messen

Wenn Sie Ihren Puls während Ihre Aktivitäten messen, helfen Sie sich im optimalen Bereich Ihrer Leistungsfähigkeit zu bleiben.

Um Ihren Puls zu messen, nehmen Sie den Zeige – und Mittelfinger auf Ihren Daumenballen. Dann gleiten Sie in Richtung Handgelenk bis Sie den Puls spüren und schauen Sie, wo der Puls am stärksten ist. Wenn Sie ihn nicht fühlen, dann probieren Sie ein wenig auf der Daumenseite Ihres Handgelenks und dann auf der anderen Hand. Wenn Sie den Puls haben, dann zählen Sie ihn für 15 Sekunden und multiplizieren Sie ihn dann mit 4. Das ergibt dann die Herzschläge pro Minute.

Wenn Sie den Puls nicht gefunden haben, können Ihr Arzt oder Ihre Krankenschwester ihnen bei der Suche helfen.

Wenn Sie Ihren Arzt nach einer Bypass-Operation anrufen oder aufsuchen sollten

  • Angina pectoris -Schmerzen
  • Gewichtszunahme von 1 bis 2 kg innerhalb 1 bis zwei Tagen
  • Herzschlag schneller als 150/Minute und kurzer Atem
  • Unregelmäßiger Herzschlag
  • Knöchelschwellung, Beinschmerzen
  • Atemnot, die sich durch Rasten nicht bessert
  • Schüttelfrost oder Fieber
  • Scharfer Schmerz beim tiefen Einatmen
  • Nässende oder gerötete Wunden
  • Aushusten von frischem Blut
  • Plötzliches Taubheitsgefühl in Armen oder Beinen

Hausärztliche Nachsorge nach Bypass-Operation

Medikamentös: 100 mg Thrombo ASS lebenslang, bzw. bei Unverträglichkeit bzw. anamnestisch bekannten Magenproblemen Plavix 75 µg.
Neueinstellung der übringen Medikamente nach 1 – 2 Monaten.
Laborkontrollen sowie regelmäßiger Bluttest (Quick oder INR) bei Einnahme von Marcoumar oder Sintrom.
Belastungs-EKG-Kontrolle (Ergometrie): zunächst halbjährlich, später jährlich.
Teilnahme an einer ambulanten Koronarsportgruppe.

© 2011 by Prim. Dr. Wandschneider